Fachstelle Forensic Assessment FFA

Die Fachstelle Forensic Assessment & Risk Management (FFA) ist seit 2014 wesentlicher Bestandteil der Strukturen des Kantonalen Bedrohungsmanagements. Die Fachstelle wird von der Gesundheits- und Sicherheitsdirektion sowie von der Direktion der Justiz und des Innern finanziert. Diese gemeinsame Trägerschaft unterstreicht die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit im Rahmen der Gewaltprävention. Die FFA verfügt im Sinne dieser Interdisziplinarität über einen Arbeitsplatz beim Dienst Gewaltschutz der Kantonspolizei Zürich und zusätzlich während zwei Tagen pro Woche beim Dienst Gewaltschutz der Stadtpolizei Winterthur. Ihre Mitarbeitenden (Psychologen und Psychiater) sind personell der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, Klinik für Forensische Psychiatrie, unterstellt. Die FFA steht für Anfragen aus dem ganzen Altersspektrum zur Verfügung. Bei der Einschätzung und im Management möglicher Bedrohungs-und Gefährdungssituationen, die von Minderjährigen ausgehen, setzt die FFA auf das kinder-und jugendforensisch-psychologische Fachwissen des Zentrums für Kinder-und Jugendforensik. Ziel ist es, durch ein rasches und situationsgerechtes Handeln im Einzelfall eine Eskalation bis hin zu Gewaltdelikten möglichst zu vermeiden.

Wer sind die Auftraggeber der FFA?

  • Polizeiliche Bedrohungsmanagement-Fachstellen:
       - Dienst Gewaltschutz, Stadtpolizei Winterthur
       - Fachgruppe Bedrohungsmanagement, Stadtpolizei Zürich
       - Dienst Gewaltschutz, Kantonspolizei Zürich
  • Die Staatsanwaltschaften des Kantons Zürich
  • Die Allgemeinpsychiatrischen Kliniken des Kantons Zürich

Andere Behörden (z.B. KESB) können ihre Anfrage an die zuständige Bedrohungsmanagement-Fachstelle der Polizei richten, welche ggf. die FFA in die Fallbearbeitung miteinbezieht und mit einer vertieften Risikoabklärung beauftragt.

Was tut die FFA?

Die Fachstelle unterstützt ihre Auftraggeber in der Risikoeinschätzung und im Fallmanagement mit forensisch-psychologischem bzw. psychiatrischem Fachwissen. Die FFA hat dabei nie die Fallführung. Da das Gewaltrisiko einer Person einem dynamischen Prozess unterliegt, müssen die Einschätzungen und das Fallmanagement stets Hand in Hand gehen.

  • Die Mitarbeiter können (den Verdacht auf) psychische Störungen, deren Verlauf und deren Zusammenhang mit Delinquenz beurteilen
  • Sie sind in der Anwendung, Interpretation und Grenzen von Prognoseinstrumenten geschult
  • Sie können auf risikorelevante, noch abzuklärende Informationen hinweisen
  • Sie können störungsspezifisches sowie psychotherapeutisches Fachwissen in die Interventionsempfehlungen einbringen (z.B. Gesprächstipps für Gefährderansprachen)

Die Fachstelle unterstützt ihre Auftraggeber telefonisch und persönlich vor Ort im Einzel- / oder Teamsetting. Die FFA erstellt auf Anfrage unterschiedlich detaillierte schriftliche Risikoabklärungen mit Interventionsempfehlungen z.H. ihrer Auftraggeber. Die schriftlichen Risikoeinschätzungen sind jedoch keine Gutachten, sondern Berichte. 

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